Nachlese & Impressionen

Die Vorträge und Poster vom wissenschaftlichen Tagungsprogramm finden Sie hier

An der Universität für Bodenkultur Wien sowie der Technischen Universität Wien versammelten sich unter dem Motto „Facetten der österreichischen Klimaforschung“ Österreichs´ Klimaforscherinnen und Klimaforscher zum alljährlichen Austausch.

Von 24. bis 26. April hat sich unter dem Dach des Climate Change Centre Austria (CCCA) die bunte Vielfalt der österreichischen Klimaforschungslandschaft an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und der Technischen Universität Wien getroffen. Der Klimatag, der heuer sein 20. Jubiläum feierte, hat sich zur wichtigsten Vernetzungsveranstaltung der österreichischen Klimaforschungscommunity entwickelt und fördert unter anderem den Austausch und Dialog zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Gruppen. Außerdem ist er zentrale Leistungsschau aller vom Klima- und Energiefonds im Rahmen des ACRP finanzierten Forschungsaktivitäten in Österreich.

Der Klimatag 2019 wurde auch dieses Jahr wieder mit dem sogenannten Icebreaker am Mittwoch, den 24. April eröffnet. Dieser wurde federführend vom Forschungszentrum Energie und Umwelt der TU Wien organisiert. Forscherinnen und Forschern der TU Austria-Universitäten wurde Raum geboten, um auf unterschiedliche Themen aus dem Spektrum der Technikwissenschaften einzugehen und wie diese helfen können, dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Gleichzeitig gab es auch heuer wieder ein Austauschtreffen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler am Nachmittag des 24. April, welches wissenschaftliche Karrieren und Alternativen für solche zum Thema hatte. Dahingehend wurden für den diesjährigen CCCA AG Nachwuchs Workshop vier Vortragende aus den drei Bereichen Wissenschaft, Politik und Praxis eingeladen, um ihren beruflichen Werdegang zu skizzieren und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu diskutieren.

Die folgenden Tage widmeten sich traditionellerweise mit rund 70 Vorträgen und Postern der Präsentation der neuesten Forschungsergebnisse des letzten Jahres. Um allen Einreichungen zum wissenschaftlichen Programm möglichst viel Raum zu geben, wurde dieses Jahr eine thematisch geclusterte Sessionreihe angeboten. Die Sessionreihe wurde interaktiv, einem Workshop ähnlich, gestaltet und ist allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern offen gestanden. Die Einreicherinnen und Einreicher konnten durch dieses Format ihre Forschungsergebnisse entweder als Vortrag oder Poster gleichermaßen vor dem gesamten Plenum präsentieren.

Es gab insgesamt fünf verschiedene wissenschaftliche Sessions. Die Themen der Sessions waren: Transformation, Klima I Wasser I Schnee, Klimawandel-Auswirkungen, Land- und Forstwirtschaft sowie Klimawandel-Anpassung. Diese Themen wurden aus unterschiedlichen Disziplinen beleuchtet. Für die Vorträge waren 10 Minuten Vortragszeit sowie 5 Minuten Diskussionszeit vorgesehen. Die Poster wurden in sogenannten "Poster-Flashtalks" à 2 Minuten vorgestellt. Jede Session wurde von einer fachlich entsprechenden Moderation begleitet.

Am Donnerstag, den 25. April stand, nach den Eröffnungsworten von Gerhard Wotawa (CCCA Obmann, ZAMG) und Isabella Uhl-Hädicke (CCCA Obmann-Stv., Uni Salzburg) Hubert Hasenauer (BOKU Rektor), Ingmar Höbarth (Klima- und Energiefonds Geschäftsführer) und Bernhard Kernegger (die Angewandte) die Keynote: „Raus aus der Komfortzone! Wissenschaft für die Gesellschaft?“ mit anschließender Podiumsdiskussion, im Fokus. Es haben Daniela Jacob (Direktorin des Climate Service Center Germany - GERICS und koordinierende Leitautorin des IPCC Sonderberichts 1,5 ° globale Erwärmung) und Elisabeth Nemeth (bis 2016 Dekanin der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien) gesprochen. Auf dem Podium nahmen außerdem Helga Kromp-Kolb (bis 2018 Leiterin des Zentrums für globalen Wandel und Nachhaltigkeit - BOKU, Klimaforscherin und Buchautorin) sowie Thomas Schinko (Leiter der CCCA AG Nachwuchs und Wissenschaftler im Bereich Risk and Resilience bei IIASA) Platz. Moderiert wurde die Eröffnung neben Julia Kolar (CCCA) von Holger Heller (Heller Organizational & Management Consulting) und Isabella Uhl-Hädicke (CCCA Vorstand, Uni Salzburg).

Im diesjährigen Jubiläumsjahr lag der Fokus auf interaktiven und partizipativen Formaten. Inter- und transdisziplinäre Prozesse sollten so in den Vordergrund gestellt und Dialog sowie Diskurs ermöglicht werden. So konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer beispielsweise bei „Meet the Keynote“ im Rahmen eines informellen Mittagessens die Keynote Speakerinnen kennenlernen und die Gelegenheit zum Austausch nutzen.

Ein weiteres Highlight des 20. Österreichischen Klimatags war der Workshop zur Vernetzung von Wissenschaft und Verwaltung am 25. April. Dieser wurde von der Magistratsdirektion – Klimaschutzkoordination der Stadt Wien zum Thema „Klimafreundlich Leben“, organisiert. Eine Voraussetzung zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen sind die tiefgreifenden Änderungen des Lebensstils. Dahingehend hat der Workshop das Bewusstsein für den Einfluss der Entscheidungen auf das Klima geschärft sowie Optionen für klimafreundliche Lebensstile aufgezeigt. Des Weiteren hat der Workshop die mit Klimaschutz und Anpassung befassten Akteurinnen und Akteure innerhalb und außerhalb der Wiener Stadtverwaltung sowie die Österreichische Wissenschaftscommunity vernetzt.

Durch die Unterstützung von Wien Energie, die das Jubiläumsdinner, sozusagen die Klimatags „Geburtstagsparty“ im Kraftwerk Spittelau, am Abend des 25. April ausrichteten, hat der erste Konferenztag seinen Ausklang gefunden. Ganz im Zeichen der Vernetzung zwischen Wissenschaft, Kunst und Praxis konnten sich Künstlerinnen und Künstler präsentieren. Zudem bot das Programm den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit 19 Klimatage Revue passieren zu lassen, eine an einer Führung durch das Kraftwerk Spittelau teilzunehmen bestreiten sowie zu der Musik von DJ Marty McFly zu tanzen.

Den zweiten Konferenztag, am Freitag, den 26. April eröffneten Herbert Formayer (Institut für Meteorologie. BOKU & CCCA-Vorstand), Gernot Wörther (Programm-Manager ACRP, Klima- und Energiefonds) und Christine Fohler-Norek (Klimaschutzkoordinatorin, Magistratsdirektion der Stadt Wien) mit der Präsentation des Klimastatusberichts Österreich 2018. Anschließend folgte die Keynote und Diskussion zum Thema „Klimakrise oder Katastrophe? Wetterextreme und der Umgang damit“ durch Mario Winkler (Leiter Kommunikation, Die Österreichische Hagelversicherung) und Reinhard Mechler (IIASA - Deputy Program Director Risk and Resilience, CCCA Vorstand). Sabine Fuss (Leiterin der Arbeitsgruppe für nachhaltiges Ressourcenmanagement und Globalen Wandel, Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) hat diesen Morgen moderierend begleitet. Auch an diesem Tag wurde in eindrucksvoller Weise die Bandbreite aktueller Erkenntnisse österreichischer Forschungsaktivitäten präsentiert.

Den Abschluss der Tagung bildete der Workshop „Hangrutschrisiken: Historische Landnutzung und Klimawandel“ des ACRP Projekt ILLAS. Anlass dafür gab es, da der Umgang mit Hangrutschungen in Österreich, als absehbare Auswirkung des Klimawandels, finanziell aufwendig wird. Über die Gründe für ihr Auftreten und den Einfluss von historischen Landnutzungsveränderungen ist jedoch wenig bekannt.

Preise

Ausgezeichnet mit dem CCCA-Nachwuchspreis (dotiert mit €1.000) wurde Nina Knittel (Universität Graz) für ihren Beitrag zum Thema "The implications of climate change on Germany’s foreign trade: A global analysis of heat-related labour productivity losses".

Während des Klimatags haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit gehabt, die ausgestellten Poster zu bewerten. Auf Basis dessen hat eine Jury den Posterpreis vergeben. Die Jury bestand dieses Jahr aus Alexander Passer (TU Graz, CCCA Vorstand), Marc Zebisch (EURAC) und Benedikt Becsi (BOKU). Die diesjährigen Posterpreise wurden an folgende Poster verliehen:

1. Platz (dotiert mit €500): Sonja Völler – Posternr. 32, Tales of Tomorrow - Strengthening the climate sciencepolicy-nexus: Knowledge brokering on climate science for young policy makers

2. Platz (Buch: Mandl, Christoph E.: Managing Complexity in Social Systems. 2019.) : Karin Hiltgartner – Posternr. 04, Klimaklagen als Mittel zur Erreichung der völkerrechtlichen Klimaschutzziele

3. Platz (Buch: Schönwiese, Christian: Klimawandel kompakt. 2019.): Andreas Schindlbacher - Posternr. 39, FloodFlux –Treibhausgasflüsse in temperaten Auwädlern

Unterstüzter

Der 20. Österreichische Klimatag wurde durch die Unterstützung folgender Einrichtungen (alphabetisch gelistet) ermöglicht, bei denen wir uns im Namen des gesamten CCCA herzlich bedanken möchten:

  • Bundesforschungszentrum für Wald
  • Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
  • Die Österreichische Hagelversicherung
  • Klima- und Energiefonds
  • Klimaschutzprogramm der Stadt Wien
  • Montanuniversität Leoben
  • Technische Universität Graz
  • Technische Universität Wien
  • Universität für Bodenkultur Wien
  • Universität für angewandte Kunst Wien / UniNEtZ
  • Wien Energie
  • Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)

Der 21. Österreichische Klimatag findet von 28. bis 30.04.2020 an der Montanuniversität Leoben statt – wir freuen uns, wenn wir Sie diesmal in Leoben wieder begrüßen dürfen!

Impressionen Nachwuchsworkshop & Icebreaker

Impressionen Klimatag

Impressionen 20. Klimatag Geburtstagsparty