1.4. Involvierung in JPI Climate Ausschreibungen in enger Zusammenarbeit mit der FFG

1.4.1. SOLSTICE

Klimawandelforschung ist nach wie vor stark von naturwissenschaftlichen Disziplinen geprägt, während Forschung, die auf die gesellschaftlichen Prozesse und das Potenzial zur Veränderung abzielt, oft nicht prioritär behandelt wird. Dabei benötigt die Menschheit dringend Wissen darüber, wie die gesellschaftliche Veränderung hin zu einer klimafreundlichen und sozial gerechten Zukunft stattfinden kann. Die JPI Climate Ausschreibung SOLSTICE („Enabling Societal Transformation in the Face of Climate Change“) adressiert diese große Lücke in der Förderlandschaft. Die Ausschreibung konzentriert sich auf drei zentrale Themenbereiche:

  • Soziale Gerechtigkeit und Partizipation
  • Sinngebung, kulturelle Bedeutung und Risikowahrnehmung in Zusammenhang mit dem Klimawandel
  • Transformative Finanz- und Wirtschaftssysteme

Die Rolle der Vernetzungsplattform bei SOLSTICE

Die Vernetzungsplattform leitete ab August 2018 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) die strategische Entwicklung von SOLSTICE (Scoping, Entwicklung des thematischen White Papers als Basis für die Ausschreibung, Koordinierung der teilnehmenden Förderorganisationen, Konzipierung der Inhalte und Kriterien).

Österreichische Projektbeteiligungen

Für die Förderung der Forschungsprojekte konnten insgesamt 6,9 Millionen Euro aus zehn teilnehmenden Ländern mobilisiert werden. Von 75 eingereichten Projekten wurden sieben zur Förderung ausgewählt, wovon an zwei Projekten österreichische Projektpartner beteiligt sind.

  • „Justdecarb – Socially Just and Politically Robust Decarbonisation: A Knowledge Base and Toolkit for Policymakers”

Justdecarb bringt Wissenschaftler_innen aus Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften, Philosophie und Ökonomie zusammen und stellt sich die der Frage, wie die Dekarbonisierung der Wirtschaft schnell und trotzdem gerecht gelingen kann. Dabei sollen einerseits kritische Lücken in der Wissensbasis in Bezug auf eine sozial gerechte und politisch robuste Dekarbonisierung geschlossen werden, andererseits soll ein ‚Werkzeugkasten‘ entwickelt werden, der diese Ziele an europäische Entscheidungsträger vermitteln kann. Bei Justdecarb sind zwei WissenschaftlerInnen der Universität Graz beteiligt.

  • „CLEANcultures – An approach for innovative Climate Learning, Evaluation and Action in Neighbourhoods"

CLEANcultures untersucht, wie das Verständnis von Lernprozessen auf der Mikroebene dazu beitragen kann, transformatives Potenzial im Hinblick auf Bewusstsein für den Klimawandel zu entwickeln. Aus der Perspektive verschiedener Disziplinen wird herausgearbeitet, inwiefern diese Lernprozesse Befähigung zur Selbstbestimmung und die Entscheidungsfindung in Veränderungsprozessen ermöglichen können. Die Leitung des Projektes CLEANcultures liegt bei Dr. Gudrun Lettmayer von JOANNEUM Research.

1.4.2. AXIS

Die transnationale Ausschreibung AXIS („Assessment of Cross (X) - sectoral climate Impacts and pathways for Sustainable transformation“) wurde als Fortsetzung von ERA4CS konzipiert. AXIS zielt darauf ab, die Kohärenz, Integration und Robustheit der Klimafolgenforschung zu verbessern, indem transnationale, Community-übergreifende und interdisziplinäre Forschungsprojekte ermöglicht werden. Dadurch soll die Wissensbasis für die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft erweitert werden. Zusammen mit ERA4CS trägt AXIS zur Umsetzung der „European Roadmap for Climate Services“ bei.

Mit AXIS sollen drei miteinander zusammenhängende Themen bearbeitet werden:

  • Sektor- und maßstabsübergreifende Folgenabschätzungen für den Klimawandel
  • Integration der Abschätzungen des Impacts des biophysikalischen Klimawandels mittels wirtschaftlicher Modelle
  • Entwicklung von Möglichkeiten die langfristigen Ziele des Pariser Abkommens unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen mit den Sustainable Development Goals (speziell SDG 13 „climate action") zu erreichen

Die Rolle der Vernetzungsplattform bei AXIS

Die FFG ist im Auftrag des BMBWF der österreichische Partner in dieser Ausschreibung, insofern hat sich die Vernetzungsplattform vor allem auf die Vorbereitung der österreichischen Wissenschaftscommunity auf die Ausschreibung konzentriert.

Österreichische Projektbeteiligungen

Diese transnationale Ausschreibung wurde 2017 eröffnet und wird von elf Organisationen aus zehn Ländern finanziert. Insgesamt konnte ein Budget von 15-17 Millionen Euro zur Förderung zur Verfügung gestellt werden. Im März 2018 wurden zehn der 40 eingereichten Anträge vom internationalen Expert_innenkomitee zur Förderung ausgewählt. Österreich war außerordentlich erfolgreich in dieser Ausschreibung und ist bei fünf der zehn geförderten Projekte beteiligt.

Folgende Projekte mit österreichischer Beteiligung wurden gefördert:

  • DIRT-X - Evaluating sediment Delivery Impacts on Reservoirs in changing climaTe and society across scales and sectors (Universität Innsbruck)
  • MAPPY - Multisectoral analysis of climate and land use change impacts on pollinators, plant diversity and crops yields (Universität für Bodenkultur Wien)
  • BIO-CLIMAPATHS - Assessing climate-led social-ecological impacts and opportunities for resilient pathways in the EU bioeconomy. (Internationales Institut für angewandte Systemanalyse, Projektleitung: Irene Monasterolo von der Wirtschaftsuniversität Wien)
  • SHAPE - Sustainable development pathways achieving Human well-being while safeguarding the climate And Planet Earth (Internationales Institut für angewandte Systemanalyse).
  • UNCHAIN - Unpacking climate impact CHAINs. A new generation of action- and user-oriented climate change risk assessments (Universität Salzburg).
1.4.3. ERA4CS

The JPI Climate Consortium launched a transnational call for proposals under ERA4CS (ERA-Net for Climate Services) in 2016 to improve climate services (including adaptation services) for end users. In addition, it aimed to improve the scientific expertise on climate change risks and adaptation options and to link this knowledge to decision making processes.

The role of the International Networking Platform in ERA4CS

The CCCA was actively involved as the Austrian link to JPI CLIMATE in the conception and implementation of the call. The International Networking Platform represents the BMBWF in the ERA4CS consortium and is involved in the additional activities for the call.

Austrian participation in funded projects

In ERA4CS, a total of 18 applications were selected for funding, with a total funding volume of € 34 million. Six of these 18 projects involve Austrian consortium partners. These six projects, which started at the end of 2017 / beginning of 2018, received a total funding volume of €1,292,000, of which €892,000 came from European Commission funds. Thus, Austrian scientists were particularly successful in this call for proposals.

The following projects with Austrian participation were funded:

  • AQUACLEW - Advancing QUAlity of CLimate services for European Water (BOKU University of Natural Resources and Life Sciences Vienna, University of Innsbruck).
  • CLIM2POWER – Translating climate data into power plants operational guidance (BOKU University of Natural Resources and Life Sciences Vienna).
  • CLISWELN – Climate Services for the Water-Energy-Land Nexus (BOKU University of Natural Resources and Life Sciences Vienna).
  • CO-MICC – Supporting risk assessment and adaptation at multiple spatial scales: Co-development of methods to utilize uncertain multi-model based information on freshwater-related hazards of climate change (International Institute for Applied Systems Analysis).
  • ISIpedia – The open inter-sectoral impacts encyclopaedia (International Institute for Applied Systems Analysis).
  • Senses – Climate Change ScENario SErviceS: Mapping the future (International Institute for Applied Systems Analysis).