Produkte & Standards

APCC-Produkte

APCC-Produkte dienen einer Erhebung, Zusammenfassung und Bewertung des aktuellen Standes von Wissenschaft und Forschung zu thematisch abgegrenzten Fragestellungen (Special Report) oder zum Klimawandel insgesamt (Sachstandsberichte). Vorschläge für Fragestellungen werden im Hinblick auf den Wissensbedarf relevanter Praxisfelder in einer Abstimmung zwischen AG APCC, CCCA-Vorstand und dem APCC Steering Committee (APCC SC) erarbeitet und möglichen Finanzierungspartnern vorgeschlagen. APCC-Produkte bewerten den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand und können auch Schlussfolgerungen zum zukünftigen Forschungsbedarf enthalten. APCC-Produkte werden unter Einbeziehung der gesamten österreichischen, fachlich relevanten wissenschaftlichen Community erstellt. Sie haben Vermittlungscharakter und werden nach Fertigstellung in einer breiten Öffentlichkeit disseminiert. Bei der Erstellung von APCC-Produkten können bei Bedarf fachlich geeignete und entsprechend ausgewiesene internationale Expert_innen zur Mitarbeit hinzugezogen werden. Das Austrian Panel on Climate Change (APCC) führt selbst keine Forschungsprojekte durch und die APCC-Aktivitäten zielen nicht auf Erkenntnisgewinn im Sinn fachbezogener oder inter- bzw. transdisziplinärer Forschung ab. Sie tragen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammen. Folgende Produkte können unter Einhaltung der APCC-Kriterien als APCC-Produkte erstellt werden:

  • Assessment Reports, also umfassende Sachstandsberichte ähnlich dem AAR14, die den Österreich betreffenden Stand von Wissenschaft und Forschung zum Klimawandel (im Sinn der CCCA-Definition von Klimaforschung ) umfassend und bedarfsgerecht aufbereiten. Diese enthalten sowohl technisch/wissenschaftliche als auch politik- bzw. öffentlichkeitsrelevante Syntheseberichte („technical summary“, „summary for policy makers“) und sollen alle etwa 10 Jahre erstellt werden. Es soll keine neue Forschung durchgeführt werden, sondern der Stand der aktuellen Forschung dargestellt werden.
  • Special Reports zu abgegrenzten Themen. Diese stellen eine Vertiefung des Sachstandsberichts aufgrund aktualisierter Erkenntnisse bezogen auf ein definiertes Thema dar. Special Reports bauen ebenfalls auf bereits erforschtem Wissen auf und zeigen Wissenslücken auf ohne neue Forschung selbst durchzuführen. D.h. sie zeigen das Wissen zu einem bestimmten Thema auf. Sie enthalten ebenfalls eine technisch/wissenschaftliche sowie eine politik- bzw. öffentlichkeitsrelevante Synthese. Special Reports können außerdem stärker auf regionale Spezifika eingehen. Special Reports sollen zudem in später erstellte Assessment Reports eingebunden werden, wobei Redundanzen minimiert werden sollen.

APCC-Produkte sind an alle Entscheidungsträger_innen und öffentlichen Meinungsbildner_innen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Gesellschaft u.a. gerichtet. Sie dienen der Politikberatung auf allen Ebenen (Landes-und Bundesebene) und richten sich auch an weitere relevante Institutionen wie Kammern, Verbände etc.

APCC Berichte werden durch das ACRP-Programm des Klima- und Energiefonds gefördert.

APCC-Qualitätsstandards

APCC-Produkte müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie müssen eine ausreichende Breite im Hinblick auf die fachlich-wissenschaftliche Bearbeitung aufweisen. APCC-Produkte werden generell unter Einbeziehung aller relevanten Wissenschaftsdisziplinen erstellt. Sie beziehen sich auf Themen und nicht auf spezifische Einzelfragen.
  • Die Mitwirkung an der Erstellung von APCC-Produkten ist für die gesamte österreichische Community offen. Die CCCA Geschäftsstelle wird vorab über das Vorhaben informiert und lädt zur Mitwirkung an der Erstellung der APCC-Produkte mittels der CCCA-Kommunikationskanäle  ein; dabei informiert sie auch alle CCCA-Mitgliedervertreter_innen. Von dem jeweiligen Projektkonsortium ist eine breite Repräsentanz der österreichischen Community sicherzustellen. APCC-Produkte werden während der Laufzeit ihrer Erstellung vom jeweiligen Projektkonsortium im Rahmen des CCCA-Klimatags präsentiert und diskutiert.
  • APCC-Produkte durchlaufen einen rigorosen Qualitätssicherungsprozess der für die relevante wissenschaftliche Community im deutschsprachigen Raum offen steht. Vor Veröffentlichung ist eine ausreichend breite und intensive Begutachtung durch externe Begutachter_innen sicherzustellen, sowie eine sachgerechte und dem jeweiligen Stand der Wissenschaft entsprechende Einarbeitung aller Kommentare die im Rahmen der Begutachtung entstehen. Die für den Qualitätssicherungsprozess notwendigen Schritte sind unten unter "Schritte des Qualitätssicherungsprozesses" angeführt.
  • APCC-Produkte werden unter Einhaltung der kalibrierten Sprache verfasst und folgen somit dem IPCC-Credo "policy-relevant, not policy-prescriptive".
  • Die Projektleitung sowie die Co-Chairs sind für die Transparenz und Prozessqualität verantwortlich, überprüft wird dies durch das APCC. Zur Sicherstellung der Transparenz ist für eine Dokumentation auf der CCCA/APCC-Website zu sorgen, koordiniert durch die CCCA Geschäftsstelle. Auf der CCCA/APCC Website haben Beschreibungen des entstehenden APCC-Produkts aufzuliegen, werden zuständige Ansprechpersonen gelistet und stehen vorhandene Papiere zum Download zur Verfügung.

APCC-Struktur

Die untenstehende Grafik veranschaulicht die APCC-Struktur und zeigt den Austausch mit politischen Entscheidungsträger_innen und anderen Interessengruppen für APCC-Berichte. Die Zuständigkeiten der einzelnen Rollen innerhalb von APCC-Produkten orientieren sich eng an den Verfahren und Richtlinien des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

 

  • Co-Chairs sind die Projektleiter_innen des Berichts und für die Gesamtarchitektur, Struktur, Organisation und den Inhalt der APCC-Produkte sowie für alle finanziellen und publizistischen Aspekte des Berichts verantwortlich.
  • Technical Support Unit (TSU) unterstützt die Co-Chairs als zentrale Anlaufstelle für Autor_innen und weitere Mitwirkenden an APCC-Produkten wie zum Beispiel Finanzpartner und Interessengruppen. Zudem hat die TSU alle weiteren unterstützenden und koordinierenden Aufgaben im Bericht inne.
  • CCCA Geschäftsstelle unterstützt den Prozess, koordiniert das APCC SC, unterstützt bei Auftragserteilung die Qualitätssicherung indem es den Begutchtungsprozess koordiniert (Reviewmanagement) und ist dafür in engem Austausch mit den Co-Chairs und der TSU.
  • CCCA Servicezentrum unterstützt den Prozess und führt bei Auftragserteilung die Organisation der Stakeholder-Dialoge sowie Workshops in einzelnen Phasen der APCC-Produkte durch und ist dafür in Austausch mit den Co-Chairs und der TSU.
  • CCCA-Vorstand hat keine direkte Managementfunktion innerhalb der APCC-Produkte, unterstützt aber den Prozess und kann als Beratungsgremium mitgestalten. Der Informationsaustausch zwischen dem CCCA-Vorstand, den Co-Chairs und dem APCC SC zielt darauf ab, das CCCA-Netzwerk zu nutzen, um eine breite Beteiligung am Begutachtungsprozess und am Dialog mit den Interessensgruppen zu erlangen.
  • Policy makers & stakeholder werden zu Workshops, Dialogformaten sowie dem Begutachtungsprozess eingeladen, um die Praxisrelevanz der APCC-Produkte sicherzustellen.
  • Eine detaillierte Beschreibung des APCC SC und der AG APCC finden Sie hier.

Weitere Rollen

Neben den oben genannten Rollen gibt es weiter Funktionen, die sich eng and jenen des IPCC anlehnen.

  • Coordinating Lead Authors (CLA) koordinieren die einzelnen Kapitel. Sie fungieren als federführende Wissenschafter_innen für die jeweiligen Kapitel und entwickeln gemeinsam mit den Co-Chairs, den LAs und den CAs die Kapitelinhalte. Die CLAs wählen gemeinsam mit den Co-Chairs die CAs und LAs aus und sind für die entsprechenden Kapitelinhalte und Verknüpfungen mit anderen Kapiteln der APCC-Produkte verantwortlich.
  • Lead Author (LA) sind wissenschaftliche Expert_innen, die zu einem oder mehreren Kapiteln der APCC-Produkte beitragen. LAs werden von den CLAs der einzelnen Kapitel zusammen mit den Co-Chairs ausgewählt und sind für die Unterabschnitte des betreffenden Kapitels sowie für die Kohärenz und die Synergien mit anderen Abschnitten/Kapiteln des Berichts verantwortlich.
  • Contributing Authors (CAs) sind wissenschaftliche Expert_innen, die Diagramme, Texte oder Daten beisteuern oder vorbereiten, die in die APCC-Produkte aufgenommen werden.
  • Reviewer können Kommentare und Anmerkungen zu einem Satz, Abschnitt, ganzen Kapitel oder allgemein zum vollständigen Bericht einreichen. Sie können den wissenschaftlichen Gehalt oder die Struktur des Berichts berücksichtigen. Häufig weisen sie auf eine veröffentlichte Arbeit hin, die die Autoren des Berichts möglicherweise nicht in ihre Bewertung einbezogen haben, die jedoch relevant sein könnte.
  • Review Editoren (RE) stellen sicher, dass alle Kommentare des Second Review von wissenschaftlichen Expert_innen und Interessenvertreter_innen in angemessener Form berücksichtigt wurden, und beraten die Co-Chairs und CLAs bei der Behandlung kritischer oder kontroverser Kommentare, und stellen sicher, dass diese im Bericht angemessen berücksichtigt werden. Die REs sind nicht an der Erstellung der Teile der APCC-Produkte beteiligt, die sie überprüfen.

Review-Prozess

Um die Qualität der APCC-Produkte zu sichern, gibt es einen an das IPCC angelehnten Review-Prozess. Das APCC SC begutachtet die Struktur des Review Prozess‘ im Sinne eines „Konzeptreviews“ und gibt entsprechendes Feedback an das Projektkonsortium (z.B. Co-Chairs) hinsichtlich der Struktur und der Einhaltung der APCC Standards. Folgende Schritte sind einzuhalten:

  1. Im Rahmen der Scoping Phase werden inhaltliche Schwerpunkte und Gliederung des APCC-Produkts definiert. So sentsteht der Zero-Order Draft der vom Autor_innenteam intern geprüft wird. Außerdem werden in der Scoping Phase auch die Review Prozessschritte festgelegt und skizziert, wie APCC Standards eingehalten werden.
  2. Es kommt anschließend zu einer ersten Überarbeitung durch das Autor_innenteam, wodurch ein First-Order-Draft entsteht. Dieser First-Order-Draft geht anschließend in einen externen Review-Prozess (durchgeführt von nationalen und internationalen Begutachter_innen aus der Wissenschaft). Das APCC SC überprüft den First-Order Draft hinsichtlich der Einhaltung der APCC-Standards. Die Kommentare der externen Begutachter_innen werden anschließend von dem Autor_innenteam eingearbeitet. Das Autor_innenteam hält zu jedem einzelnen Kommentar fest, ob und ggf. wie er berücksichtigt wurde, bzw. begründet, warum dieser nicht berücksichtigt wurde.
  3. Die Qualität der Einarbeitung der Kommentare in Form eines Second-Order-Draft sowie die Gründe für eine allfällige Nicht-Berücksichtigung von Kommentaren ist durch Review-Editors zu überprüfen. Hierfür sind vom Projektkonsortium zusätzlich geeignete internationale Expert_innen sowie etwaiige Stakeholder zu gewinnen, eventuell ergänzt durch Vorschläge vom APCC SC. Ein Second-Order Draft wird außerdem vom APCC SC hinsichtlich Einhaltung der APCC-Standards überprüft.
  4. Wenn die Review-Editors sowie das APCC SC der Meinung sind, dass alle Kommentare sachgerecht und dem Stand der Wissenschaft entsprechend eingearbeitet wurden und APCC-Standards eingehalten wurden, kann der Bericht, nach entsprechender Endredaktion, technischer Endfertigung und Layout in Druck gehen.
  5. Es ist für jedes APCC-Produkt eine Synthese und eine Zusammenfassung für Entscheidungsträger_innen (Summary for policy makers) anzufertigen.
Kontakt

Bitte melden Sie sich bei info@ccca.ac.at, wenn Sie planen beim ACRP-Call zu einem APCC-Bericht einzureichen sowie bei weiteren Fragen zum APCC SC & Arbeitsgruppe, Einreichungen, Produkten oder Richtlinien.