Die aktuelle Klimasituation in Österreich ist alarmierend: Während die durchschnittliche globale Erwärmung seit vorindustrieller Zeit bereits etwa 1,4 Grad Celsius beträgt, ist die Temperatur in Österreich im selben Zeitraum sogar um rund 3,1 Grad gestiegen. Damit zählt Österreich zu den so genannten Klima-Hotspots – Regionen, die überdurchschnittlich stark von der Erderwärmung betroffen sind.
Die möglichen Folgen sind weitreichend und betreffen zahlreiche Lebensbereiche:
- Steigende Dürregefahr: Häufigere und länger anhaltende Trockenperioden führen zu Wassermangel – nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in anderen Bereichen wie der Energieerzeugung. Fehlt das Wasser, drohen Engpässe in der Stromversorgung, da etwa Wasserkraftwerke weniger effizient arbeiten können.
- Erhöhtes Risiko von Waldbränden: Durch die Trockenheit und höhere Temperaturen steigt die Gefahr von Bränden in Wäldern spürbar an, was erhebliche Auswirkungen auf Ökosysteme und die Sicherheit hat.
- Zunahme extremer Hitzeereignisse: Immer häufiger treten Hitzewellen und sogenannte Tropennächte auf, in denen die Temperaturen auch nachts nicht unter 20 °C sinken. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, besonders in Städten: Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle nimmt zu und könnte sich durch den demografischen Wandel noch weiter erhöhen.
- Wirtschaftliche Auswirkungen: Durch die hohen Temperaturen sinkt die Arbeitsproduktivität vieler Menschen, was zu volkswirtschaftlichen Einbußen führen kann.
- Vermehrtes Auftreten von Starkregen und Hochwasser: Extreme Niederschläge nehmen zu und führen zunehmend zu Überflutungen, was wiederum die Infrastruktur, Gebäude und Straßen massiv schädigt.
Das von der GeoSphere Austria entwickelte RiskLab betreibt risikorelevante Produkte und Dienste für die Bereiche Wetter, Klima, Geologie und Geophysik, mit Fokus auf GeoSphere Austria relevante Naturgefahren.
ZIELE
- Entwicklung von Produkten und Diensten für datengetriebene, auswirkungsbasierte Warnsysteme der GeoSphere Austria und spezifischer Nutzergruppen
- Entwicklung und Bereitstellung von Risikoanalysen und -services für die Öffentlichkeit, die Verwaltung und Unternehmen im Bereich Klima und Naturgefahren
- Betrieb und kontinuierliche Weiterentwicklung der nationalen Schadens- und Ereignisdatenbank für Österreich (CESARE)
- Outreach und Netzwerke: Einbindung von Stakeholder und Netzwerken sowie Koordination von risiko-relevanten Themen innerhalb der GeoSphere Austria und außerhalb mit Netzwerkpartnern
Das ‚RiskLab – Wetter, Klima und Naturgefahren‘ an der GeoSphere Austria konzentriert sich auf die Reduzierung von Katastrophenrisiken und die Anpassung an den Klimawandel in Österreich.
Als Querschnittsthema innerhalb der verschiedenen Bereiche der GeoSphere Austria (Wetter, Klima, Geologie, Geophysik) integriert es Modelle und Daten zu Gefährdung, Exposition und Verwundbarkeit, um Risiken umfassend zu bewerten.
Durch die Entwicklung innovativer Risikoanalysen und -bewertungen sowie die Bereitstellung relevanter Informationen schafft das RiskLab eine fundierte Basis für Forschung und Praxis.
Gleichzeitig fördert es den Wissenstransfer und die Vernetzung mit relevanten Akteur:innen innerhalb und außerhalb der GeoSphere Austria.
Als interdisziplinäres Risikozentrum innerhalb eines Wetter- und Geodienstes nimmt das RiskLab eine Pionierrolle ein und etabliert sich als führendes Kompetenzzentrum für Wetter-, Klima- und Naturgefahrenrisiken – sowohl in Österreich als auch international.