Newsbeitrag

Degrowth LV: Der Mythos des Wachstums – Degrowth in Wirtschaft und Gesellschaft


Viele junge Menschen erleben eine Gegenwart, die von multiplen Krisen, Unsicherheit und grundlegenden Zukunftsfragen geprägt ist. Die Klimakrise, soziale Ungleichheit und geopolitische Spannungen werfen die Frage auf, wie ein gutes Leben für alle in Zukunft möglich sein kann. In politischen und ökonomischen Debatten wird nach wie vor stark auf Wirtschaftswachstum als zentrale Lösungsstrategie gesetzt, doch für viele wird spürbar, dass diese Antworten an ihre Grenzen stoßen.

Degrowth (deutsch: Postwachstumsökonomie) ist eine dynamische ökonomische Strömung, die erforscht, wie eine sozial und global gerechte Wirtschaftsweise im 21. Jahrhundert aussehen kann. Die Ausgangsbasis ist, dass ewiges Wirtschaftswachstum innerhalb unseres Planeten mit begrenzten Ressourcen weder physikalisch möglich noch ökonomisch-sozial-ökologisch wünschenswert ist. Degrowth bricht somit mit der gängigen Annahme und Voraussetzung (in Politik, Wirtschaft und auch größtenteils in der Forschung), dass die Wirtschaft weiterhin wachsen muss, und setzt den Fokus auf wahre Alternativen abseits dieser Logik. Die zentrale Frage, die wir uns im IP stellen, ist, welche Potenziale das Konzept Degrowth für Wirtschaft und Gesellschaft in der Zukunft bietet und wie konkrete Lösungsansätze aussehen können

Ziel des IP ist es, die Postwachstumsökonomie und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu beleuchten und die verschiedenen ökonomischen Argumente und Perspektiven in der Wachstumsfrage im Kontext planetarer Grenzen kritisch zu reflektieren. Die Studierenden machen somit die Bekanntschaft mit einer kritischen Strömung, die eine Abkehr vom (neo-)klassischen Wirtschaftsverständnis darstellt, und erkennen die Alternativansätze, die durch dieses Denken möglich sind. Im Rahmen von Gruppenarbeiten sollen von den Studierenden praktische Wege, Voraussetzungen und Konzepte für ein gutes Leben frei von Wachstum erarbeitet werden - gesellschaftlich, ökonomisch, politisch, geografisch und individuell.

Die genaue Ausgestaltung des IPs wird in den nächsten Wochen entwickelt. Angedacht ist auch ein geblocktes Seminarwochenende (z.B. Hütte in der Steiermark) im Rahmen des IPs, um einen tiefergehenden Gruppenprozess zu ermöglichen. 

Das Team freut sich auf deine aktive Beteiligung! Studierenden, die bei einem IP mitorganisieren, ist ein Fixplatz im IP garantiert.

Bei Interesse bitte rasch bei jan.stalzer@wu.ac.at melden, Einreichungsfrist für das IP ist der 31.01.2026.

© Paul Sableman