Am Mittwoch, den 14. Jänner 2026, findet das Mediengespräch „Lobautunnel: Drohende Waldverwüstung und Zunahme des Autoverkehrs - Stimmen aus der Wissenschaft“ statt.
Die Schonung des Auwaldes durch die Untertunnelung der geplanten Autobahn wird immer wieder als ein umweltrelevanter Vorteil des Lobautunnels genannt. Das der Tunnelbau während seiner Bauphase, die mindestens 2 Jahre lang dauern würde, zur Abschaltung industrieller Brauchwasserbrunnen mit enormen Förderleistungen führt, wird dabei nicht mitgedacht. Durch die Notwendigkeit, Ersatzbrunnen zu errichten und die Baustelle entwässern zu müssen, kann es zu einer weiteren Grundwasserabsenkung in einem ohnehin schon schwer belasteten Grundwasserkörper kommen. Denn die täglichen industriellen Entnahmemengen entsprechen in etwa dem Wasserbedarf von 600.000 Österreicher:innen.
Dazu kommen die negativen Auswirkungen, die das fossile Großprojekt auf die Stadtentwicklung haben würde. Denn stadtnahe Autobahnen wie der Lobautunnel zerstören funktionierende, kompakte und nutzungsdurchmischte Stadtstrukturen. Das Ergebnis sind Zersiedelung, Funktionstrennung und weite, autoabhängige Wege, wie man sie heute im Südraum von Wien sehen kann.
Im Mediengespräch von Diskurs. Das Wissenschaftsnetz stellen zwei Experten aktuelle Befunde aus den Forschungsfeldern Waldhydrologie und Verkehrswissenschaften vor.
Inputs:
- Helmut Schume, BOKU Wien: "Grundwasserabsenkung gefährdet den Auwald"
- Harald Frey, TU Wien: "Stadtnahe Autobahnen wie der Lobautunnel produzieren Zersiedlung, Funktionstrennung und weite, autoabhängige Wege"
Moderation: Alexander Behr (Diskurs. Das Wissenschaftsnetz)