Newsbeitrag

Klimawandel: Österreich wird zu Hitze-Hotspot - Ein Gespräch mit Margreth Keiler


Drei Grad voraus: Österreich erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt. Die ÖAW-Gebirgsforscherin Margreth Keiler erklärt, warum das so ist, was jetzt passieren muss und weshalb Klimaschutz auch eine soziale Frage ist.

Der Klimawandel ist längst bei uns angekommen – und er schreitet schneller voran als in vielen anderen Regionen der Welt. Hitzewellen, Dürren, Starkregen und schwindende Schneesicherheit setzen dem Alpenland spürbar zu. Das bestätigt auch der Zweite Österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel (AAR2), der auf rund 800 Seiten eine umfassende wissenschaftliche Analyse zum Klimawandel liefert.

Koordiniert wurde der Bericht von Margreth Keiler, Geographin und Direktorin des Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW in Innsbruck. Im Interview beschreibt sie die Ursachen für die besondere Betroffenheit Österreichs, die Grenzen der Anpassung – und warum Klimapolitik nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie auch soziale Gerechtigkeit mitdenkt.

Hotspot des Klimawandels: Warum ist Österreich zu einem Hotspot des Klimawandels geworden?

Margreth Keiler: Österreich erwärmt sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt. Das liegt unter anderem an der geografischen Lage im Inneren des Kontinents, wo die Erwärmung stärker ausfällt als für die Ozeane. Zudem sind in unserer Atmosphäre weniger Aerosole – also Partikel, die Sonnenstrahlung reflektieren und so kühlend wirken. Steigende Temperaturen führen dazu, dass mehr Wasserdampf in der Luft ist, was wiederum intensivere Starkniederschläge begünstigt. Diese verursachen Hochwasser oder Murenabgänge. Gleichzeitig nehmen Hitzewellen und Dürren zu – mit Folgen für die Gesundheit (besonders bei älteren oder arbeitenden Menschen im Freien), Landwirtschaft und Wald. Schutzwälder geraten unter Stress und werden anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Viele alpine Pflanzenarten finden in höheren Lagen keinen Lebensraum mehr und sind vom Aussterben bedroht. Anpassungen sind möglich – etwa durch naturbasierte Lösungen wie den Erhalt von Feuchtgebieten – aber nur begrenzt. Niedrige Skigebiete etwa stoßen bereits an ihre Anpassungsgrenzen.

Das ganze Interview lesen Sie auf oeaw.ac.at

© Yvonne Huijbens