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Der neue CCCA Vorstand drängt auf rasches Handeln: Covid-19 und Klimakrise zusammen denken und bewältigen

Neben dem offenen Brief der ÖAW an die österreichische Bundesregierung "Klimaschutz sicherstellen—unwiederbringliche Chance ergreifen!", hat der neue CCCA Vorstand eine Pressemeldung geschaltet und drängt darin ebenfalls auf rasches politisches Handeln. 

© qimono_pixabay

In einer klimapolitisch entscheidenden Phase wurde gestern vom Netzwerk der Klimaforschenden in Österreich, dem Climate Change Centre Austria (CCCA), ein neuer Vorstand gewählt.

Unter anderem hat es sich dieser zur Aufgabe gemacht, weiterhin gemeinsam mit dem großen Pool an Expert_innen der Netzwerkmitglieder, Politik und Gesellschaft in Fragen der Bewertung von Klimaeffekten, Gestaltung von Klimapolitik und Maßnahmen zum Klimaschutz sowie zur Klimaanpassung wissenschaftlich fundiert zu beraten. Gerade in der aktuellen Situation des rasch voranschreitenden Klimawandels und der zeitgleichen Covid-19-Pandemie hat dies hohe Relevanz.

„Die extreme Dürre im heurigen Jahr ist ein klares Signal, dass der Klimawandel unaufhaltsam weiter fortschreitet. Es liegt daher auf der Hand, dass die staatlichen Maßnahmen zur Ankurbelung der wirtschaftlichen Leistung nach der Corona-Krise zugleich auch der Reduktion der Treibhausgasemissionen, sowie der Anpassung an den Klimawandel dienen müssen.“, so die neue CCCA-Vorsitzende, die Klimawissenschaftlerin em. Univ. Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb.

Auch die Resilienz Österreichs müsse gestärkt werden, denn „die COVID-19-Pandemie macht nicht zuletzt auch die Verwundbarkeit und Systemrisiken globaler Wirtschaftsstrukturen sichtbar, wie sie auch für die globalen ökologischen Krisen wie die Klimakrise zu erwarten sind.“,soPolymerwissenschaftler Univ. Prof. Dr. Reinhold Lang, Institutsleiter an der Johannes Kepler Universität Linz sowie CCCA Vorstandsmitglied.

Die Corona-Krise und deren bisherige Bewältigung hat gezeigt, wie wesentlich es ist, Maßnahmen zeitgerecht zu setzen und, dass drastische Maßnahmen, wenn sie eindeutig kommuniziert und verstanden werden, bei der Bevölkerung auch auf breite Akzeptanz stoßen. Dies muss jetzt auf die Klimakrise übertragen werden.

Klare Ansagen und rasches Handeln tut Not: Klimaschutzmaßnahmen müssen, wie im Regierungsprogramm vorgesehen, bis 2040 zu netto-Null Emissionen führen. Die jetzt für den wirtschaftlichen Neustart aufzubringenden Mittel bieten der Regierung die große und einmalige Chance, die notwendigen Veränderungen auch für den Klimaschutz durchzuführen: Investitionen in Gebäudesanierung und erneuerbare Energie, öffentlichen Verkehr und die Ressourceneffizienz der Industrie schaffen tausende Arbeitsplätze. Wenn diese Chance verspielt wird, fehlt es in den nächsten 5 bis 10 Jahren an finanziellen Mitteln und politischer Energie für die notwendige Transformation der Gesellschaft.“, so em. Univ. Prof. Dr. Nebojša Nakićenović, ehemaliger Vizedirektor der IIASA und CCCA Vorstandsmitglied.

Die im Netzwerk zusammenarbeitenden Wissenschaftler_innen bieten in dieser entscheidenden Phase den Entscheidungsträger_innen auf allen Ebenen und in allen Bereichen ihre wissenschaftliche Expertise und damit evidenzbasierte Unterstützung von Entscheidungsprozessen an, sowohl für die Identifizierung  und Bewertung von Maßnahmen als auch für die Erstellung von Kriterien, die von Maßnahmen erfüllt werden müssen, sollen sie zur Transformation der Gesellschaft beitragen. Die Expertise im natur-, technik-, sozial- und wirtschafts- sowie geisteswissenschaftlichen Bereich ist im CCCA seit Jahren gebündelt vorhanden. Es ist die spezielle Stärke des CCCA-Netzwerks wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen, für die Überwindung der Klimakrise relevanten Disziplinen zusammenzuführen und in Form von konsolidierten und gut abgesicherten Ergebnissen Entscheidungsträger_innen zur Verfügung zu stellen.

Die CCCA Pressemeldung in PDF finden Sie hier.

Den offenen Brief der ÖAW finden Sie hier.