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Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt

Bereits 14.000 Unterschriften von Wissenschaftler_innen als Unterstützungserklärung zu den Protesten der Fridays for Future Bewegung

Foto: CCCA, Uni Graz

Greta Thunberg fordert es und tausende Jugendliche schließen sich an, damit ihre Anliegen gehört werden. Ausgehend von der weltweiten Bewegung Fridays for Future, bei welcher junge Menschen regelmäßig für Klimaschutz und den Er­halt unserer natürlichen Lebensgrundlagen auf die Straße gehen, unterstützen nun auch deutsche, österreichische und Schweizer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Protestaktionen in der gemeinsamen Stellungnahme www.Scientists4Future.org.

Unter dem Motto "Jetzt muss gehan­delt werden" blicken Klimaforscher_innen nicht nur positiv auf die stattfindenden Demonstrationen, sie gehen einen Schritt weiter und bekräftigen Jugendliche in ihren Aktionen - und das mit ihrem Namen. Diese nicht nur symbolische Unterstützung, in Form einer aktiven Partizipation in die aktuellen Protestbewegungen seitens der Klimaforscher_innen bricht erstmals mit dem Klischee, von Theorie geprägte Wissenschaft und praxisnahe Gesellschaft hätten augenscheinlich unterschiedliche Ansätze.

"Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, auf die Folgen unzureichenden Handelns hinzuweisen. Zum Beispiel hat sich die österreichische Bundesregierung in der Klima- und Energiestrategie Ziele gesetzt die bei weitem nicht ausreichen werden, um jene des Pariser Klimaabkommens zu erreichen - und sogar für diese Ziele fehlen noch konkrete Maßnahmen und finanzielle Mittel.", so Thomas Schinko, Forscher bei IIASA und Koordinator des wissenschaftlichen Nachwuchses im CCCA, im Rahmen der Pressekonferenz in Wien.

Das Climate Change Centre Austria organisierte sowohl in Wien als auch in Graz eine Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Stellungnahme. Diese haben parallel zu einer Mater-Pressekonferenz in Berlin sowie in weiteren D-A-CH Städten stattgefunden.

"Die Forderungen der Schüler und Schülerinnen sind vollkommen berechtigt und wissenschaftlich belegt. Die wesentliche Aussage der Stellungnahme ist, dass viel zu wenig geschieht um den Klimawandel einzudämmen und im Grunde genommen ist es eine Unterstützungserklärung für die Inhalte, die von den Schülerinnen und Schülern vertreten werden", so die renommierte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb bei der Pressekonferenz in Wien.

Wo muss Österreich hin und was erfordern hier die Pariser Klimaziele? "Österreich hat sich in seiner Klima- und Energiestrategie Ziele gesetzt, die dem Pariser Vertrag bei Weitem nicht gerecht werden und selbst dafür sind weder die erforderlichen Massnahmen noch die finanziellen Mittel vorgesehen. Vor diesem Hintergrund, der auf Basis der Klima- und Tranformationsforschung für Österreich klar ist, sind die Anliegen von Fridays For Future äusserst berechtigt; Achtung und Respekt vor diesen engagierten jungen Menschen", betont Gottfried Kichengast, Klimaforscher an der Universität Graz.

ZAMG Direktor Michael Staudinger komplementiert, dass der Temperaturanstieg nahezu komplett auf menschliches Tun zurückzuführen ist. Die Auswirkungen bekämen wir auch bereits zu spüren. So überstieg etwa die Zahl der Hitzetoten im letzten Jahr die der Verkehrstoten.

Die Transformationsforschung hat ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel bereits geleistet, nun gilt es, diesen global und in Masse umzusetzen. Von Mangel an Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure kann zur Zeit nicht die Rede sein. Dementsprechend ergibt sich eine noch nicht dagewesene Symbiose. Diese in Form eines bislang 14.000 Unterschriften umfassenden Zugeständnisses, die Unterstützung der Wissenschaft an das Tun der Jugendlichen.

Auch einige Rektorate österreichischer Universitäten haben sich hinter die Aktion gestellt und ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen informiert. Unter ihnen die Universität für Bodenkultur Wien, die Universität Innsbruck, die Universität Salzburg und die Universität Graz. Peter Riedler, Vizerektor für Finanzen-Ressourcen-Standortentwicklung der Universität Graz, verweist auf die Universität als Ort des Wissens und Vermittlung an junge Leute, wobei die Wissenschaft sachlich und klar agiert, aber auch engagiert für die Zukunft wirkt.

Die Stellungnahme kann noch bis 14.03.2019 von Wissenschaftler_innen aus allen Disziplinen unterzeichnet werden. Denn die Wissenschaftler_innen sind sich einig, die Klimakrise betrifft alle Forschungsfelder und kann auch nur gemeinsam gelöst werden. 

Die Klima- und Umweltjuristin Eva Schulev-Steindl stellt etwa zwei Fälle von Klimaklagen vor, in welchen Gerichte in zunächst aussichtslos erscheinenden Fällen positive Entscheidungen getroffen haben, darunter den Fall "Juliana v. United States" (2015).

Auch Klement Tockner, Präsident des Wissenschaftsfonds stimmt zu "Die wissenschaftlichen Fakten sind klar, die Schülerinnen und Schüler sprechen Klartext. Der Protest der Jugendlichen ist absolut berechtigt, da sie die Leidtragenden des Nichthandelns sind. Sie schaffen die notwendige Aufmerksamkeit für die dramatischen Folgen der Klimakrise."

Zu guter Letzt rufen Marlene Seidel, Lena Stuhlpfarrer, Jakob Prettenthaler (FFF Graz) sowie Katharina Rogenhofer und Johannes Stangl (FFF Wien) erneut Schüler_innen und Jugendliche auf, sich an den Demonstrationen zu beteiligen, um etwas nach einer ihrer Vorbilder, darunter die Kinderrechtsaktivistin Malala, zu bewegen.

Nähere Informationen zu Scientists For Future finden Sie hier.

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Die Internationale Klimademo findet am 15.03.2019 statt!

Details zu den stattfindenden Demonstrationen für Europa sind auf https://www.fridaysforfuture.org/, für Österreich auf: https://www.fridaysforfuture.at/ abrufbar!

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Zu den Unterzeichner_innen in Österreich gehören beispielsweise (per 12.03.2019 haben bereits über 1.100 österreichische Wissenschafter_innen unterzeichnet): Prof. Dr. Ulrich Brand, Prof. Dr. Martin H. Gerzabek, Dr. Heinz Hutter, Prof. Dr. Georg Kaser, Prof. Dr. Gottfried Kirchengast (Ö. Koord.), Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb (Ö. Koord.), Prof. Dr. Reinhold Lang, Prof. Dr. Lukas Meyer, Prof. Dr. Nebojsa Nakicenovic, Prof. Dr. Franz Rauch, Prof. Dr. Renée Schröder, Prof. Dr. Eva Schulev-Steindl, Prof. Dr. Sigrid Stagl, Dr. Michael Staudinger, Prof. Dr. Karl Steininger, Prof. Dr. Klement Tockner, Dr. IsabellaUhl-Hädicke, Prof. Dr. Verena Winiwarter.

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Am Dienstag den 12.03.2019 fanden dazu in Wien und Graz zwei Pressekonferenzen statt.

Für Wien nahmen daran: Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb (CCCA & Klimaforscherin BOKU Wien) , Dr. Michael Staudinger (CCCA & Direktor ZAMG) , Dr. Thomas Schinko (CCCA AG-Nachwuchs & Jungforscher IIASA) , Univ.-Prof. Dr. Klement Tockner (Präsident FWF), Katharina Rogenhofer und Johannes Stangl (FFF Wien) teil.

Für Graz: Univ.-Prof. Dr. Gottfried Kirchengast (CCCA & Klimaforscher Uni Graz, ÖAW), Univ.-Prof. Dr. Eva Schulev-Steindl (CCCA & Klima- und Umweltjuristin Uni Graz), Dr. Peter Riedler (Vizerektor Finanzen-Ressourcen-Standortentwicklung, Uni Graz), Marlene Seidel, Jakob Prettenthaler und Lena Stuhlpfarrer (FFF Graz) teil.

Bis 14. 3. 2019 gibt es noch die Möglichkeit auf www.Scientists4Future.org. zu unterstützen!

Medieninformation - Pressekonferenz Scientists4Future und Fridays For Future 12.03.2019:

Information und Einladung PK Scientists4Future und Fridays For Future (pdf 152 kB)

Scientists4Future Stellungnahme von D - A - CH Wissenschaftler_innen (pdf 329 kB)

Scientists4Future Stellungnahme - Anhang Fakten und Quellenangaben (pdf 143 kB)

PK-Graz-S4F-FFF-12.03.2019_Kirchengast-SchulevSteindl-Folien (pdf ~2.5 MB)

Unterlagen zur Pressekonferenz Scientists4Future und Fridays For Future 12.03.2019 sind unter www.wegcenter.at/downloads(Eintrag "März 2019: Wissenstransfer/Medien") auch online downloadbar.

Folgende österreichische Pressemeldungen sind bereits abrufbar:

Zeitungsartikel:

APA

cooppa

Der Standard

Falter

Kleine Zeitung

Kurier

OÖ Nachrichten

Ö24

ORF

ORF Steiermark

ORF Wien

Salzburger Nachrichten

Tiroler Tageszeitung

Uni Graz Headline News Scientists4Future

Radiobeiträge:

Ö1 Wissen Aktuell von 12.03

TV:

Steiermark Heute von 12.03 (ab Min. 06:12)

Wien Heute von 12.03