Pressekonferenz: Appell der Wissenschaftler_innen: Wo stehen wir fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen?


Am 12.12.2015 wurde das Übereinkommen von Paris von den 195 Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der UNO verabschiedet. Zentrales Ziel ist es, katastrophale Folgen der Klimakrise durch drastische Emissionsreduktion und Anpassung abzuwenden. Damit soll der globale Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert deutlich unter 2°C gegenüber vorindustriellem Niveau gehalten werden, mit Anstrengungen diesen auf 1,5°C zu begrenzen. Wie ist die globale Klimaentwicklung heute einzuschätzen? Wie ist die Situation in Österreich?

Wissenschaftler_innen des Climate Change Centre Austria, der Scientists for Future Austria, der Allianz Nachhaltige Universitäten und des UniNEtZ Projekts wenden sich in einem Appell zum 5-jährigen Jubiläum des Pariser Klimaabkommens an die Öffentlichkeit. Sie fordern einen nationalen Schulterschluss, ähnlich jenem in der Nuklearpolitik, der Klimaschutz an die Spitze der politischen Prioritäten in Österreich stellt und einen Fahrplan zur Klimaneutralität festlegt und umsetzt, der über Regierungswechsel hinweg Bestand hat. In 17 verschiedenen Punkten wird darauf hingewiesen, dass es nicht mehr möglich ist das globale Klima bei 1,5°C Erwärmung zu stabilisieren, wenn nicht unverzüglich wirksame Maßnahmen gesetzt werden. Die veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür erscheinen so gut wie noch nie: der globale Diskurs hat sich in den vergangenen Jahren stark in Richtung sozial-ökologische Nachhaltigkeit und Transformation entwickelt und trotz - oder möglicherweise sogar wegen - der Covid-19- Krise hat sich dieses Narrativ sogar noch verfestigt. Auch die politischen Absichtserklärungen nähern sich den allgemeinen Zielsetzungen des Pariser-Abkommens an. Allerdings fehlt es nach wie vor auch in Österreich an konkreten Fahrplänen, die eine Umsetzung der deklarierten Ziele und Ankündigungen sicherstellen würden. Österreich ist weit davon entfernt, Vorreiter im Klimaschutz zu sein. Es scheint an entscheidenden Stellen das Verständnis für die Dringlichkeit des Problems und für das wirtschaftliche Potential der Lösungen zu fehlen. Das erfüllt die Wissenschafter_innen, die diesen Appell unterzeichnet haben, mit tiefer Besorgnis.

Aus diesem Anlass laden wir Sie am 09. Dezember, 11 Uhr, zu einer Pressekonferenz ein, bei der wir den Appell vorstellen sowie weiterführende Informationen darstellen.

Details zur Pressekonferenz

Als Gesprächspartner_innen stehen Ihnen zur Verfügung (in alphabetischer Reihenfolge): Helga Kromp-Kolb, ehm. Univ. Prof. (CCCA Obfrau), Nebojsa Nakicenovic, Univ. Prof. i.R. (EU-Member of the Group of Chief Scientific Advisors, CCCA Vorstand) und Thomas Schinko, Dr. (IIASA)

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